Selbstmedikation mit einem Magensäureblocker kann Krebsrisiko verschleiern

Kürzlich wurde ein rezeptfreier Magensäure Blocker (PPI) zur Therapie von Sodbrennen zugelassen. Diese Selbstmedikation sollte aber nie ohne eine Spiegelung der Speiseröhre (+richtige Entnahme von Gewebeproben) erfolgen. Das weitere Management richtet sich nach dem pathologischen Befund der Gewebeproben.

Liegt keine Krebsvorstufe vor, kann die Therapie mit dem Magensäure Blocker fortgesetzt werden, eine Kontroll Spiegelung in 5 Jahren wird empfohlen.

Bei Vorliegen einer Krebsvorstufe (=Barrett Ösophagus, Dysplasie) empfehlen wir die Radiofrequenz Ablation (HALO®, Barrx Medical). Dabei wird die abnormale Schleimhaut "verbrannt" und nach 4-6 Wochen durch eine normale Schleimhaut ersetzt. Eine hochdosierte Therapie mit einem Magensäureblocker während der Heilungsphase begünstigt die Entstehung der guten Schleimhaut. Dies gelingt in 90-100% der Fälle. Nur in 0.22% der bis dato 30.000 weltweit durchgeführten HALO® Behandlungen kam es zu geringen Nebenwirkungen.

Bei Sodbrennen (mit und ohne Barrett Ösophagus) ist prinzipiell an eine chirurgische Therapie zu denken: die Fundoplikatio. Bei dieser Operation wird ein Teil des Magens wie ein Schwimmreifen um die untere Speiseröhre gelegt und fungiert als Anti-Reflux Barriere. Damit ist der Reflux gebannt und die Entzündung in der Speiseröhre kann abheilen. Eine medikamentöse Therapie ist nach effizienter Fundoplikatio nicht mehr notwendig. Die Fundoplikatio kann auch an eine erfolgreiche HALO® Behandlung angeschlossen werden. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber. Auf jeden Fall sollte keine Selbstmedikation mit einem Magensäure Blocker ohne Spiegelung der Speiseröhre (+Biopsien) erfolgen, da sie ein Krebsrisiko verschleiern kann: Beschwerdefreiheit schliesst das Krebsrisiko nicht aus.

Abbildung 1: Sodbrennen. Eine Therapie mit Magensäureblockern (PPI) soll nie ohne einer ausführlichen endoskopischen Untersuchung mit Biopsien begonnen werden.